
Airlines verkaufen oft mehr Sitze, als das Flugzeug hat. Das ist legal. Was nicht legal ist: Sie unfreiwillig am Gate stehen zu lassen, ohne die Pauschale der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 sofort zu zahlen und Ihnen Erstattung oder Umbuchung anzubieten.
Die Beträge sind dieselben wie bei Verspätung und Annullierung: 250 €, 400 € oder 600 € je nach Distanz. Dazu kommt die Betreuung — Mahlzeiten, Kommunikation, bei Bedarf Hotel.
Freiwillig oder unfreiwillig
Die Airline muss zuerst Freiwillige suchen. Wer sich freiwillig gemeldet hat, verhandelt Vorteile (Gutschein, Hotel, späterer Flug). Wer ohne Zustimmung sitzen bleibt, hat den vollen gesetzlichen Anspruch — und sollte keinen Text unterschreiben, der den Geldanspruch gegen einen Gutschein schließt.
Ein Downgrade in eine niedrigere Kabine löst nach Artikel 10 eine Teilerstattung von 30 % bis 75 % des Streckenpreises aus. Das steht neben einer möglichen Verspätungsentschädigung, wenn Sie am Endziel drei Stunden oder mehr zu spät ankommen.
Mehr dazu unter Nichtbeförderung und im Rechte-Leitfaden. Compensall führt die Akte mit No win, no fee.
In Deutschland drei Jahre als Orientierung; UK oft sechs; andere Foren zwei bis sechs.
Häufige Fragen
Darf die Airline mehr Tickets verkaufen als Sitze?
Ja. Sie darf Sie aber nicht unfreiwillig zurücklassen, ohne sofort die gesetzliche Pauschale und eine Beförderungsalternative anzubieten.
Zählt ein Downgrade?
Ja. Eine niedrigere Kabine löst eine Teilerstattung nach Artikel 10 aus — zusätzlich zur Verspätungsentschädigung, wenn Sie drei Stunden zu spät ankommen.
Was, wenn ich freiwillig einen späteren Flug nehme?
Dann gelten die ausgehandelten Vorteile, nicht automatisch die unfreiwillige Pauschale.
Gilt EG 261 oder EG 261?
In Deutschland und der EU: Verordnung (EG) Nr. 261/2004, kurz EG 261.
Arbeitet Compensall auf Erfolgsbasis?
Ja. No win, no fee.

