
Wiens Stärke war immer Mittel- und Osteuropa: Austrian Airlines baute ein dichtes Kurzstreckennetz in den Balkan, den Kaukasus und darüber hinaus, das die Langstrecken speist. Große Billigbasen haben seither eine zweite, ganz andere Verkehrsschicht für Freizeitziele geschaffen. Terminals 1, 2 und 3 sind zu Fuß verbunden, die Umsteigezeiten sind für ein Drehkreuz kurz — genau deshalb kann eine kleine Verspätung den Anschluss reißen.
Österreich wendet die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 vollständig an: Jeder Abflug aus Wien ist geschützt, Ankünfte zählen, wenn die ausführende Airline europäisch ist. Bei einer durchgehenden Buchung über Wien entscheidet die Ankunft am Endziel und die Distanz der ganzen Reise — deshalb kann ein verpasster Kurzanschluss auf einer Langstrecke trotzdem 600 € ergeben. Österreich hat eine ungewöhnlich nützliche, kostenlose Schlichtungsstelle, die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf), die vor Gericht mit Airlines vermittelt. Ansprüche verjähren nach österreichischem Zivilrecht in der Regel in drei Jahren.
Lassen Sie sich am Umsteigeschalter umbuchen, statt den Flughafen zu verlassen: Wer widerspruchslos einen Gutschein oder einen viel späteren Flug annimmt, macht die Akte hinterher schwerer. Denken Sie an die österreichische Schlichtung, wenn die Airline verzögert — sie kostet nichts und führt oft schneller zum Vergleich als ein Prozess. Notieren Sie Kennzeichen oder Flugnummer des Ersatzflugs; der Abgleich der beiden Flüge belegt, wie spät Sie tatsächlich angekommen sind.

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