
Genf bedient eine Grenzregion und eine internationale Institutionen-Gemeinschaft: ungewöhnlicher Mix aus Geschäfts-, Diplomaten- und Skiverkehr auf einem kompakten Ein-Terminal-Gelände. Der Bahnhof neben dem Terminal erreicht Genève-Cornavin in etwa sieben Minuten; Ankommende holen in der Gepäckhalle ein kostenloses Kurzzeit-ÖPNV-Ticket. Wintersamstage sind die geschäftigsten des Jahres, wenn Charter und Billigflüge Alpenurlauber in Wellen bringen.
Wie in Zürich hat das Luftverkehrsabkommen der Schweiz mit der EU die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 ins Schweizer Recht geholt: Abflüge aus Genf werden praktisch wie EU-Abflüge behandelt, und es können zusätzlich schweizerische Fluggastrechte gelten. Am stärksten sind Ansprüche auf Flügen von Genf in die EU und auf Flügen eines EU-Carriers; eine Ankunft in Genf aus einem Drittstaat mit einem Nicht-EU-Carrier fällt in der Regel aus der Verordnung. Achten Sie hier auf den ausführenden Carrier: easyJet fliegt von Genf unter schweizerischer und unter EU-Lizenz — bei Ankünften kann die Antwort je nach Gesellschaft anders ausfallen. Beträge und Schwellen sind sonst die üblichen: 250 €, 400 € oder 600 € ab drei Stunden Ankunftsverspätung.
Prüfen Sie auf der Bordkarte den vollen rechtlichen Namen der ausführenden Airline, nicht die Marke — das entscheidet, wie ein Ankunftsanspruch gefasst wird. Nutzen Sie den französischen Sektor, bleibt der Flug für den Anspruch ein Genfer Flug; der Sektor ändert nur, auf welcher Seite der Grenze Sie hinausgehen. Bei starkem Schnee annulliert die Airline eher, als zu verspäten: Sie dürfen zwischen Erstattung und schnellstmöglicher Umbuchung wählen. Lassen Sie sich in der Schlange nicht einen Flug drei Tage später aufdrängen, ohne nach Alternativen anderer Carrier zu fragen.

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